{Rezension} Vom Anfang bis heute - Loel Zwecker


Es war einmal ... eine Reise, die mit dem Urknall begann und die noch lange nicht zu Ende ist. Von der ersten Zelle zu den Goldenen Zwanzigern und vom alten Ägypten zur App ist es dabei bisweilen nur ein Katzensprung. Loel Zwecker erzählt davon anschaulich und alltagsnah, mit einem Blick für überraschende Details und verborgene Zusammenhänge: Wie im Mittelalter die Brille erfunden, in Indien die Meditation zu einer echten Macht wurde und die Waschmaschine unser Leben veränderte. Geschichte braucht Geschichten – und diese ist eine ganz besondere.
{ Quelle: Penguin Verlag }
 
Im Laufschritt durch die Geschichte - mit diesem Buch kein Problem. Es beginnt mit der ersten Zelle vor rund 4,6 Milliarden Jahren und endet mit der Gegenwart. Dabei lässt der Autor Loel Zwecker, ehemaliger Dozent für Kunstgeschichte in München, keine wichtige Station auf dem Weg vom Anfang bis zum Ende aus.

Der Aufbau des Buches ist klasse! Bei mir in der Schule verlief der Geschichtsunterricht immer kreuz und quer. Einmal sprachen wir vom zweiten Weltkrieg, das nächste Mal von der Endeckung Amerikas. Dabei finde ich gerade die Chronologie, die Tatsache, dass die Geschehnisse aufeinander aufgebaut haben, so spannend. Die Kapitel sind nicht nur chronologisch sondern thematisch auch gut strukturiert, sodass man sich als Leser gut zurechtfindet.

Der Schreibstil des Buches war für mich okay. Irgendwie konnte er mich das ganze Buch über nicht vollkommen packen, was wirklich schade ist, da damit das Leseerlebnis doch etwas gedämpft wurde und ich manche Seiten ziemlich überflogen haben. Meinem Gefühl nach versucht der Autor zu sehr "moderne" Begriffe einzubauen, um alte Geschichte cool wirken zu lassen. Das wäre gar nicht nötig gewesen, da der Inhalt auch so interessant ist. Komisch aber wahr, ich hätte mir hier sogar ein bisschen die angenehme Sachlichkeit eines Schulbuches gewünscht.

Über den Inhalt kann ich natürlich keine Wertung abgeben. Geschichte ist schließlich Geschichte. Aber der Autor hat sich wirklich viel Mühe gegeben die interessanten und wichtigsten Punkte auf der langen Liste näher zu beleuchten und ich finde die getroffene Auswahl sehr gelungen. Auch die Länge des Buches finde ich gerade richtig. Rundum also gelungen!
Eine tolle Idee, die auch gut umgesetzt worden ist. auch wenn der Schreibstil mich nicht so ganz abholden konnte aber für Geschichtsinteressierte kann ich das Buch nur weiterempfehlen! 
4/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Buchige Vorsätze für 2018?

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe ihr seid gut im neuen Jahr angekommen. In diesem Post wollte ich euch nicht nur ein gutes, schönes, bücherlastiges, aufregendes 2018 wünschen, sondern euch auch meine buchigen Vorsätze für dieses Jahr vorstellen. 


{Rezension} Das Wunder - Emma Donoghue


 Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?
{ Quelle: Wunderbaum Verlag }


[Rezension] Der Serienkiller, der keiner war und die Psychotherapeuten, die ihn schufen - Dan Josefsson


 Schweden, 1991: Sture Bergwall, ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller, wird in die geschlossene psychiatrische Einrichtung Säter nördlich von Stockholm eingewiesen. Dort macht er eine Therapie und wird mit Psychopharmaka behandelt. Im Zuge der Behandlung glaubt er, sich an schlimme Traumata aus seiner Kindheit zu »erinnern« und gesteht, als monströser Serienkiller Thomas Quick mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. Fast 20 Jahr später stellte sich heraus: seine Geständnisse waren frei erfunden. Seine Motive: verschreibungspflichtige Drogen, Geltungsbewusstsein und der Einfluss seiner Therapeutin und deren Zirkel, die glaubten, mit diesem Fall Geschichte schreiben zu können. 
{ Quelle: btb Verlag }
Sture Bergwall ist in den schwedischen Medien besser bekannt als Thomas Quick. Er soll als Serienkiller mehr als 30 Opfer getötet und vergewaltigt haben. Fast 20 Jahre später stellt sich heraus, dass seine Geständnisse frei erfunden waren und er nie jemanden getötet hat. Durch Bewusstseinsbeeinflussung und hinterfragbaren Therapiemethoden, durch die er sich an seine verdrängten Taten erinnern sollte, wird er durch die Therapeuten manipuliert und erlangt falsche Erinnerungen.

Dies ist ohne Frage eines der spannendsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen habe. Auf dem Cover steht schon "Einer der größten Justizskandale der Geschichte" und ich glaube besser könnte man die ganze Geschichte auch nicht zusammenfassen. Es ist ein Skandal und Dan Josefsson analysiert ihn in seinem Werk überraschend genau!

Ich lese persönlich gerne Sachbücher, aber mich schreckt es immer ein bisschen ab, wenn jede Seite so viele Informationen enthält, dass man sie alle gar nicht richtig aufnehmen kann. Bei diesem Buch war das zum Glück nicht der Fall. Der Autor erzählt sehr lebendig die Geschichte von Sture Bergwall, seinen Therapeuten und auch der fraghaften Therapiemethode, die bei ihm angewendet worden ist. Obwohl Psychologie nicht unbedingt mein Fachgebiet und Lieblingsthema ist, war ich unglaublich fasziniert von Dan Josefssons Ausführungen und konnte den Erklärungen auch gut folgen. Es las sich mehr wie ein Krimi, als ein Sachbuch, das wahre Tatsachen schildert.

Ebenfalls hervorheben möchte ich, die großartige Rechercheleistung, die in diesem Buch steckt. Ich war mehr als beeindruckt, wie detailgenau der Autor das Leben von Sture Bergwall und auch das seiner Therapeuten festgehalten hat. Zudem hatte er mit Bergwall Kontakt und führte mit dessen Therapeuten Interviews. All das , fügt er zu einem faszinierenden Werk zusammen, das mich von Anfang bis Ende überzeugt hat! Wirklich großartig!

Ein spannender Bericht, der nicht nur über Stures Bergwall tragischen Fall erzählt, sondern ausholt und einen Blick auf die Wurzeln der Psychoanalyse geworfen hat. Mich hat das Buch ungemein fasziniert und ich kann es jedem, sowohl Krimiliebhaber als auch Interessierten der Psychologie, nur empfehlen! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den btb Verlag!

Pflichtlektüre für die Uni - Juhu oder Oje?

Hallo ihr Lieben, 

der Grund warum es in den letzten Monaten etwas ruhiger auf meinem Blog geworden ist, hat drei Buchstaben und kann manchmal ganz schön anstrengend sein: die Uni. In diesem Semester ist mein Stundenplan etwas voller als in dem Jahr davor und das heißt neben weniger Zeit zum Bloggen auch weniger Zeit zum Lesen. Aber darum soll es in diesem Post gar nicht gehen, sondern viel mehr um eine Verbindung dieser beiden Dinge (Uni und Lesen), nämlich PFLICHTLEKTÜRE

In der Schule habe ich vor Freude innerlich immer gejubelt, wenn die Deutschlehrerin erklärt hat, dass wir mal wieder ein Buch lesen werden und bis auf ein paar Ausnahmen haben mir die durchgenommenen Werke auch immer gefallen. Einige sogar über alle Maßen! 

In der Uni ist die Liste mit den Pflichtlektüren hingegen schon ein gutes Stück länger und nicht jeder Titel spricht mich sofort an. In diesem Semester gibt es beispielsweise einige Dramen die wir lesen, wie Minna von Barnhelm oder König Ottokars Glück und Ende. Puh. Ich bin einfach kein Fan von Dramen und bis jetzt konnte mich eigentlich nur Der Besuch der alten Dame wirklich überzeugen. Mir gefällt einfach der Aufbau nicht so sehr, wie bei Lyrik und Prosa und deshalb ist meine Vorfreude auf diese Werke etwas gedämpft. 

Auf der anderen Seite stehen auf meiner Leseliste auch einige Titel, die mich sehr neugierig machen und auf die ich mich freue. Also würde ich mich durchaus als Pflichtlektüren-Fan bezeichnen. Aber wie ist das bei euch? Freut ihr euch über Pflichtlektüre und welche Bücher aus der Schule/Uni konnten euch überzeugen?