[Rezension] Das Mädchen das den Himmel berührte - Luca Di Fulvio



Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbrachte, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Überlebenskünstler zu einem anerkannten Arzt? Und wie wird ein Mädchen mit einem schweren Schicksal zu einer Aufsehen erregenden Modeschöpferin?
Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, findet sich das gesamte Panorama des Lebens … 
[Quelle: Bastei Lübbe]

Nachdem Mercurio, ein junger Taschendieb glaubt er habe einen Juden bei einem Raubunfall umgebracht flieht er mit seinen Freunden Zolfo und Benedetta nach Venedig. Auf dem Weg dorthin trifft er auf die Jüdin Guidetta und verliebt sich sofort in sie, was den Hass von Isacco ihrem  Vater auf ihn zieht, besonders da Guidetta sich auch zu Mercurio hingezogen fühlt. In Venedig angekommen verlieren sich die beiden aus den Augen und Mercurio schließt sich dem Verbrecher Scrabello an während Guidetta und ihr Vater in das jüdische Ghetto eingesperrt werden. Bendetta wird die Geliebte eines einflussreichen Mannes und Zolfo der Gehilfe eines Predigers. Mercurio träumt davon mit seinem eigenen Schiff gemeinsam mit Guidetta davon zu segeln doch als er kurz vor der Erfüllung seiner Träume steht wird Guidetta der Hexerei beschuldigt.

Die schon ziemlich lange Zusammenfassung ist sehr knapp und es fehlt sehr viel was sich dazwischen noch ereignet und das eigentlich auch nennenswert war, aber mit der detaillierten Zusammenfassung könnte ich dann wohl eine ganze Seite füllen.1000 Seiten enthalten schon eine Menge!

Das Buch spielt im 16. Jahrhundert. Eine Epoche in der ich mich normalerweise nicht aufhalte, aber mich in diesem Buch unglaublich begeistert hat. Ich mag die Atmosphäre die diese Zeit ausstrahlt und diese kommt bei dem Buch sehr stark hervor.

Bevor ich damit beginne das Buch in den höchsten Tönen zu loben, kommt zuerst ein kleiner Kritikpunkt von mir. Die Länge. 1000 Seiten sind ziemlich abschreckend, ich lese auch gerne dicke Bücher aber nur wenn die Handlung auch wirklich die volle Seitenanzahl braucht. Hier ist das nicht der Fall, man hätte ruhig die ein oder andere Szene weglassen können und damit rund 200 Seiten sparen. Ab der 400sten Seite habe ich das Buch für knapp zwei Monate beiseite gelegt da ich überhaupt keine Lust hatte weiterzulesen. Als ich es endlich wieder in die Hand nahm beendete ich die letzten 600 innerhalb eines Tages!

Das zeigt wie gut es geschrieben ist! Obwohl es sehr dick ist, kommt man schnell voran besonders im hinteren Teil des Buches verfliegen die Seiten nur so weil man einfach so gespannt ist. In dem Buch kommen sehr viele Charaktere vor und Luca Di Fulvio schreibt auch in der Perspektive von vielen verschiedenen. Sehr viele Namen fallen. Überraschenderweise fiel mir die Zuordnung von Name zu Person überhaupt nicht schwer und ich jeder Charakter hatte auch ganz schnell ein passendes Gesicht. Das hat mich richtig begeistert. 

Ich liebe Mercurio! Er ist einfach fantastisch und je weiter ich in der Geschichte voran kam desto besser gefiel mir der junge Betrüger. Er ist schlau, kreativ und zielstrebig außerdem verliert er nicht seine Ideale und kämpft um seine Freunde.

Besonders gut gefiel mir auch dieser Wechsel von Gut und Böse. Es gibt keine Person die immer durchwegs böse ist und auch keinen typischen Bösewicht. Man kann nicht so einfach hinter die Fassaden der Leute sehen und es gibt kein Schwarz-Weiß sondern sehr viele verschiedenen Grautöne. Kein Gut und kein Schlecht, sondern gute Menschen die auch böses tun und umgekehrt.

Am Ende war ich unglaublich traurig als das Buch aus war, weil ich einfach nicht wollte dass die Geschichte endete. Ich hab die Charaktere so sehr ins Herz geschlossen das ich sie einfach nicht mehr los lassen wollte, besonders bei Mercurio fiel mir das sehr schwer.


Ein tolles Buch mit viel zu vielen Seiten. Während dem Lesen hat mich die Länge sehr gestört, aber am Ende hätte ich mir gewünscht der Autor hätte noch ein paar 100 Seiten mehr geschrieben da ich die Charaktere ins Herz geschlossen habe und nicht mehr los lassen wollte. Ein wundervolles Bücher das ich euch sehr empfehlen kann und lasst euch bitte von der Länge nicht abschrecken.

 4/5 Sternen

[Rezension] Fragmente - Dan Wells

In ferner Zukunft wurde die Menschheit durch den Isolationskrieg fast vollständig vernichtet - besiegt von den Partials, künstlichen Kriegern, die die Menschen selbst erschaffen hatten. Eine der letzten Überlebenden ist Kira Walker, die erfahren hat, dass sie selbst ein verhängnisvolles Erbe in sich trägt, von dem sie nichts ahnte. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft muss sie sich ausgerechnet auf die Hilfe zweier Partials verlassen - Samm und Heron, die als Einzige ihr Geheimnis kennen. Kiras Weg führt sie durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat - und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat ...
[Quelle: Piper]

 Die Suche nach dem Heilmittel geht weiter! Gemeinsam mit Samm und der Partials-Spionin Heron macht sich die junge Frau Kira auf den Weg um das Heilmittel für die Seuche RM zu finden, die die Babys sterben lässt. Außerdem sucht sie für eine Lösung wegen dem Ablaufdatum der Partials das Samm und Heron betrifft. Ihre Suche beginnt bei ParaGen und endet in Denver. Inzwischen versucht Kiras bester Freund Marcus etwas mehr über Kiras verschwundene Pflegemutter Nandita herauszufinden und bittet die Kiras rebellische Schwester um Rat die ihre Pflegemutter bei seltsamen Dingen beobachtet hat.


Eigentlich hatte ich keine Ahnung was mich in dem Buch erwartet, einzig und alleine die Suche nach RM wäre ziemlich langweilig geworden deshalb hat der Autor Dan Wells wieder ein paar wundervolle Dinge einbaut, die das ganze interessanter machen. Man verfolgt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, wobei sich jede Person an einem anderen Ort befindet und etwas anderes erlebt.

Am besten gefiel mir Kiras Prespektive, die Suche nach RM finde ich sehr spannend und außerdem mag ich das Paar Kira und Samm. Obwohl die beiden nicht zusammen sind, aber zumindest auf Kiras Seite kann man eine gewisse Zuneigung erkennen. Sie sind ein tolles Team, das zwischendurch mal einen Streit hat aber schließlich wieder perfekte miteinander reagiert und die Situationen meistert.

Bei dem Buch fehlte es mir leider ein wenig am Höhepunkt. Es immer sehr spannend aber ein richtiges Finale kann ich leider nicht entdecken, eher scheint es mir wie ein Zwischenband. Trotzdem ziehe ich dafür keinen Stern ab weil ich das Buch einfach viel zu packend fand. Dan Wells schreibt wirklich fantastisch und weiß wie man einen Leser fesselt. 
 
 Eine gelungene Fortsetzung der Partials Trilogie! ‚Fragmente‘ konnte mich genauso wie der Vorgänger fesseln und mit einer spannenden Geschichte und überzeugenden Charakteren begeistern!
 5/5 Sterne



~ Partials Reihenfolge ~
1. AUFBRUCH *Rezi*
2. FRAGMENTE
3. ?

[Rezension] Eine wie Alaska - John Green


Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?
[Quelle: dtv Verlag]

Miles kommt auf eine neue Schule – das Internat in Culver Creek. Und plötzlich dreht sich sein Leben um 360°. In Culver Creek trifft er auf das faszinierende und unergründliche Mädchen Alaska, seinen Zimmergenossen den Colonel und den rappenden Takumi. Der frühere brave Außenseiter lernt endlich kennen was richtige Freundschaft ist, wie das Leben in Culver Creek so läuft und wie viel Spaß das Leben machen kann. Außerdem verliebt er sich – in Alaska.



Zuerst das Schlechte: Das Cover. Ich finde es, ehrlich gesagt, einfach nur hässlich und es hat überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun. Im Buch kommt niemals ein Pool vor. Doch hier zeigt sich wieder, dass man sich nicht vom Äußeren täuschen lassen soll, denn es kommt auf den Inhalt an.



Das Buch borge ich auch gerne weiter. Auch meine Mutter hat es schon gelesen und sie war genauso begeistert wie ich. Manchmal reden wir total ‚insider-mässig‘ darüber und lache über Dinge die andere nicht verstehen. Ich sage nur ‚Bufritos‘.



Das faszinierendes am Buch ist die Ironie. Jeder kennt diese rebellischen Schüler, die frech sind, Streiche spielen, gegen Regen verstoßen, rauchen und Alkohol trinken. Genauso sind der Colonel und Alaska. Aber doch sind sie ganz anders. Sie begeistern mich mit ihrer Intelligenz.



Alaska ist eine der besten Protagonisten, die mir in der Buchwelt begegnet sind. Sie ist nicht gerade ein Vorbild, aber eine unglaublich unabhängige, unergründliche, intelligente und klar denkende junge Frau. Natürlich ist sie manchmal auch launisch und zickig aber Alaska hat etwas zu sagen und das was aus ihrem Mund kommt ist etwas dass ich auch ins normale Leben miteinbeziehe. Sie fasziniert mich einfach!



Rundum: Für mich ist das Buch reine Perfektion! Ich kann es immer wieder lesen und tue das auch gerne. Meine Ausgabe ist leider schon sehr zerlesen aber es macht mir immer wieder Spaß nach Culver Creek zu fliehen.


 

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher! Ich nehme das Buch immer auf Reisen mit denn immer wenn ich es aufschlage fühlt es sich nach ‚Nach-Hause-kommen‘ an. Ein herrliches Gefühl, das nur John Green wecken kann. Ein Roman zum weinen, lachen, seufzen und lieben. 
5/5 Sterne

 

[100-Wort-Rezensionen] Gelöscht / Wenn mein Zorn dich findet / Enders Game

Hallo ihr Lieben :)
Heute gibts drei ganz kurze Rezis von mir auf einen Blick. Jede Rezension darf die maximale Anzahl von 100 Wörtern nicht überschreiten. Diese Rezensionen werde ich nun vielleicht öfter machen, da es zu manchen Büchern nicht genug zu sagen gibt um damit eine ganze Rezensionen zu füllen. Außerdem könnt ihr dann kurz und knackig erfahren warum mir das Buch gefallen/nicht gefallen hat.



Wenn mein Zorn dich findet - Michelle Jaffe [5 Sterne]

Quelle: Weltbild
Mit einem leichten Einsteig fängt das Buch an zu seinem Albtraum zu werden. Einem genialen Albtraum! Morde so kalt und ecklig dass es mir die Haare aufstellt, so detailreich geschildert das sich mir der Magen umdreht und so gut durchgeführt dass die Polizei vor einem Rätsel steht. Ich habe das Buch richtig genossen, die Gänsehaut, die Schockmomente und auch die Tatorte. Das Buch steckt voller Überraschungen, wenigen langweiligen Ermittlungen und sehr viel Blut. Ein Thriller der einen besonderen Platz in meinem Regal verdient - einfach weil er unglaublich spannend ist! Schlaflose Nächte gibts kostenlos dazu!











Enders Game - Orson Scott Card [3 Sterne]
Quelle: Heyne
Eine zweifellos tolle Idee, bei der es aber entweder der Umsetzung oder der Übersetzung scheiterte. Teilweise fand ich die Sätze komisch, teilweise aber auch richtig schlecht. Der Protgonist konnte mich zwar für sich gewinnen, aber so richtig warm wurde ich mit ihm nicht. Die Kämpfe und Trainings waren schlecht beschrieben und die Vorstellung blieb bei mir leider vollkommen auf der Strecke. Hier ist wieder die Frage: Liegt das am Autor oder am Übersetzer? Stellenweise konnte mich das Buch richtig fesseln aber größtenteils schwamm ich ziemlich oberflächlich über die Geschichte.











Gelöscht - Teri Terry [3 Sterne]
Quelle: Coppenrath
Ein hochangepriesenes Buch das meine Begeisterung nur dürftig wecken konnte. Die Idee ist der absolute Hammer, die Umsetzung genial aber mir fehlte einfach der Lesespaß. Mit Kyla wurde ich nicht wirklich warm und im Ganzen herrschte eine gewisse Distanz die es unmöglich gemacht hat das Buch richtig zu genießen. Teilweise schleppte ich mich durch die Seiten und hoffte dann sehr auf ein spektakuläres Ende doch auch dieses fiel eher lahm aus. Den zweiten Band möchte ich trotzdem lesen, mit der Hoffnung dass mich Teri Terry noch überzeugen kann.













Zum Abschluss würde ich gerne noch von euch wissen was ihr von den 100-Wort-Rezensionen haltet. Findet ihr sie praktisch oder hättet ihr lieber lange Rezensionen? :)