[Rezension] Mörderhotel - Wolfgang Hohlbein


 230 Menschen gehen auf sein Konto: Herman Webster Mudgett, den unglaublichsten Serienmörder aller Zeiten. In Chicago errichtet er eigens ein Hotel, um seine Taten zu begehen. Ein Hotel, in dem es Falltüren, verborgene Räume, Geheimgänge, einen Foltertisch, ein Säurebad und eine Gaskammer gibt. Seine Opfer erleichtert er um ihr Geld und verkauft ihre Leichen an Mediziner. Niemand weiß, was im Kopf dieses Menschen vor sich geht. Bis die Polizei ihm auf die Spur kommt und eine gnadenlose Jagd beginnt ...
[ Quelle: Bastei Lübbe ] 
Als Arlis Christens Schwester plötzlich verschwindet macht sich diese nach Chicago auf und engagiert den Privatdetektiv Geyer, um ihr bei der Suche nach ihrer Schwester zu helfen. Dabei kommen sie auch mit Henry Holmes in Kontakt, der das Hotel betreibt in dem sich Arlis Schwester zuletzt aufgehalten hat. Während ihrer Suche stoßen sie immer wieder auf den Namen von Dr.Mudgett, einem guten Freund von Holmes, der unauffindbar scheint. Wie im Klappentext schon erwähnt wird, gehen über 200 Morde auf sein Konto.

Das Buch ging leider in eine ganz andere Richtung als ich es mir erwartet habe und der Klappentext mir versprochen hat. Ich dachte eigentlich dass es sich hauptsächlich um das rätselbare Hotel dreht und das in diesem Gebäude schauerliche Dinge passieren, doch tatsächlich spielte sich der Großteil der Handlung außerhalb (und in der Vergangenheit) ab. Schade, den genau das hat das Buch für mich so reizvoll gemacht.

Sowohl positiv als auch negativ empfand ich die breiten Ausschweifungen des Buches. Negativ auf der einen Seite, weil es dadurch einfach zu lange wurde und man Spannung über einen so langen Zeitraum einfach nur schwer aufrecht erhalten kann. Thriller sollten meiner Meinung eher kurz und knackig sein, die Geschehnisse sich Schlag auf Schlag abspielen. Auf der anderen Seite gefiel es mir aber, dass man die Person Dr.Mudgett so gut durchleuchtet hat, da mich der psychologische Aspekt und die Frage 'Wie wird man plötzlich zum Mörder?' sehr interessiert. Auch hier hätte man Einschränkungen und Kürzungen vornehmen können, doch was Mudgett angeht, fand ich die Rückblenden schon immer sehr spannend. Generell fand ich die Charaktere sehr interessant, besonders Holmes (nicht zu verwechseln mit Sherlock Holmes!) und wie schon erwähnt den mehrfachen Mörder Mudgett. Obwohl ich es seltsam finde, das die Polizei in diesem Buch kaum einschreitet und Mudgett auch noch nicht in deren Visier geratten ist. Ehrlich gesagt, scheint es mir etwas an den Haaren herbeigezogen das man über 200 Morde verüben kann und noch immer frei auf der Straße herumläuft.

Ein großes Lob spreche ich an den Schreibstil aus. Von Wolfgang Hohlbein habe ich zuvor noch nichts gelesen, aber das möchte ich nun auf jeden Fall ändern. (Sollte er bei seinen anderen Werken nicht auch so ausführlich sein) Man könnte beim Lesen wirklich glauben man steckt mitten im 19. Jahrhundert und obwohl das Buch doch sehr dick ist, war ich auch relativ rasch durch. Ebenfalls sehr gut fand ich das Setting des Buches, das sogenannte Mörderhotel. Leider stand es nicht so sehr im Mittelpunkt wie ich es mir gewünscht hätte, doch zumindest zum Ende hin bekommt es einen wichtigen Stellplatz in den "Ermittlungen".

Eine spannende Grundidee mit guter, aber leider zu ausführlicher Umsetzung. Das 800 Seiten lange Buch hätte man ohne Probleme auf 400 kürzen können. So zog sich das Buch immer wieder, baute an Spannung ab und verloren zwischendurch auch mein Interesse. 
3/5 Sterne

Vielen Dank an BloggdeinBuch und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Kommentar:

  1. Danke für die schöne Rezension. Als ich den Klappentext gelesen habe fand ich ihn sehr ansprechend, da auch ich dachte es geht hauptsächlich um das Hotel und wie dieses aufgebaut ist und funktioniert. Aber da du geschreiben hast, dass es hauptsächlich außerhalb spielt bin ich mir nicht so sicher, ob mich das Buch dann noch anspricht.

    jacky xx

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