{Rezension} Das Wunder - Emma Donoghue


 Irland Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem kleinen Dorf, dessen Bewohner tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, staunt man über ein leibhaftiges Wunder. Seit vier Monaten hat die kleine Anna O'Donnell keine Nahrung zu sich genommen und ist doch durch Gottes Gnade gesund und munter. Die unglaubliche Geschichte lockt viele Gläubige an, aber es gibt auch Zweifler. Schließlich beauftragt man die resolute englische Krankenschwester Lib Wright, das elfjährige Mädchen zu überwachen. Auch ein Journalist reist an, um über den Fall zu berichten. Werden sie Zeugen eines ausgeklügelten Schwindels oder einer Offenbarung göttlicher Macht?
{ Quelle: Wunderbaum Verlag }


[Rezension] Der Serienkiller, der keiner war und die Psychotherapeuten, die ihn schufen - Dan Josefsson


 Schweden, 1991: Sture Bergwall, ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller, wird in die geschlossene psychiatrische Einrichtung Säter nördlich von Stockholm eingewiesen. Dort macht er eine Therapie und wird mit Psychopharmaka behandelt. Im Zuge der Behandlung glaubt er, sich an schlimme Traumata aus seiner Kindheit zu »erinnern« und gesteht, als monströser Serienkiller Thomas Quick mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. Fast 20 Jahr später stellte sich heraus: seine Geständnisse waren frei erfunden. Seine Motive: verschreibungspflichtige Drogen, Geltungsbewusstsein und der Einfluss seiner Therapeutin und deren Zirkel, die glaubten, mit diesem Fall Geschichte schreiben zu können. 
{ Quelle: btb Verlag }
Sture Bergwall ist in den schwedischen Medien besser bekannt als Thomas Quick. Er soll als Serienkiller mehr als 30 Opfer getötet und vergewaltigt haben. Fast 20 Jahre später stellt sich heraus, dass seine Geständnisse frei erfunden waren und er nie jemanden getötet hat. Durch Bewusstseinsbeeinflussung und hinterfragbaren Therapiemethoden, durch die er sich an seine verdrängten Taten erinnern sollte, wird er durch die Therapeuten manipuliert und erlangt falsche Erinnerungen.

Dies ist ohne Frage eines der spannendsten Bücher, das ich in den letzten Monaten gelesen habe. Auf dem Cover steht schon "Einer der größten Justizskandale der Geschichte" und ich glaube besser könnte man die ganze Geschichte auch nicht zusammenfassen. Es ist ein Skandal und Dan Josefsson analysiert ihn in seinem Werk überraschend genau!

Ich lese persönlich gerne Sachbücher, aber mich schreckt es immer ein bisschen ab, wenn jede Seite so viele Informationen enthält, dass man sie alle gar nicht richtig aufnehmen kann. Bei diesem Buch war das zum Glück nicht der Fall. Der Autor erzählt sehr lebendig die Geschichte von Sture Bergwall, seinen Therapeuten und auch der fraghaften Therapiemethode, die bei ihm angewendet worden ist. Obwohl Psychologie nicht unbedingt mein Fachgebiet und Lieblingsthema ist, war ich unglaublich fasziniert von Dan Josefssons Ausführungen und konnte den Erklärungen auch gut folgen. Es las sich mehr wie ein Krimi, als ein Sachbuch, das wahre Tatsachen schildert.

Ebenfalls hervorheben möchte ich, die großartige Rechercheleistung, die in diesem Buch steckt. Ich war mehr als beeindruckt, wie detailgenau der Autor das Leben von Sture Bergwall und auch das seiner Therapeuten festgehalten hat. Zudem hatte er mit Bergwall Kontakt und führte mit dessen Therapeuten Interviews. All das , fügt er zu einem faszinierenden Werk zusammen, das mich von Anfang bis Ende überzeugt hat! Wirklich großartig!

Ein spannender Bericht, der nicht nur über Stures Bergwall tragischen Fall erzählt, sondern ausholt und einen Blick auf die Wurzeln der Psychoanalyse geworfen hat. Mich hat das Buch ungemein fasziniert und ich kann es jedem, sowohl Krimiliebhaber als auch Interessierten der Psychologie, nur empfehlen! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an den btb Verlag!

Pflichtlektüre für die Uni - Juhu oder Oje?

Hallo ihr Lieben, 

der Grund warum es in den letzten Monaten etwas ruhiger auf meinem Blog geworden ist, hat drei Buchstaben und kann manchmal ganz schön anstrengend sein: die Uni. In diesem Semester ist mein Stundenplan etwas voller als in dem Jahr davor und das heißt neben weniger Zeit zum Bloggen auch weniger Zeit zum Lesen. Aber darum soll es in diesem Post gar nicht gehen, sondern viel mehr um eine Verbindung dieser beiden Dinge (Uni und Lesen), nämlich PFLICHTLEKTÜRE

In der Schule habe ich vor Freude innerlich immer gejubelt, wenn die Deutschlehrerin erklärt hat, dass wir mal wieder ein Buch lesen werden und bis auf ein paar Ausnahmen haben mir die durchgenommenen Werke auch immer gefallen. Einige sogar über alle Maßen! 

In der Uni ist die Liste mit den Pflichtlektüren hingegen schon ein gutes Stück länger und nicht jeder Titel spricht mich sofort an. In diesem Semester gibt es beispielsweise einige Dramen die wir lesen, wie Minna von Barnhelm oder König Ottokars Glück und Ende. Puh. Ich bin einfach kein Fan von Dramen und bis jetzt konnte mich eigentlich nur Der Besuch der alten Dame wirklich überzeugen. Mir gefällt einfach der Aufbau nicht so sehr, wie bei Lyrik und Prosa und deshalb ist meine Vorfreude auf diese Werke etwas gedämpft. 

Auf der anderen Seite stehen auf meiner Leseliste auch einige Titel, die mich sehr neugierig machen und auf die ich mich freue. Also würde ich mich durchaus als Pflichtlektüren-Fan bezeichnen. Aber wie ist das bei euch? Freut ihr euch über Pflichtlektüre und welche Bücher aus der Schule/Uni konnten euch überzeugen?

[Lesemonat] Oktober 2017

Hallo ihr Lieben,

die ersten Novembertage sind zwar schon vorüber aber trotzdem möchte ich auf meinen monatlichen Leserückblick nicht verzichten. Mir macht es irgendwie unglaublich viel Spaß noch einmal einen kurzen Blick auf die gelesenen Bücher zu werfen und nicht nur zu sehen wie viel man gelesen hat, sondern vor allem auch was man gelesen. :) 

1. Sag nicht, wir hätten gar nichts -Madeleine Thien (653 Seiten)
2. Fairy Tail Vol. 10 - Hiro Mashima (208 Seiten)
3. Außer sich - Sasha Marianna Salzmann (365 Seiten)
4. Das Wunder der wilden Insel - Peter Brown (285 Seiten)
5. Die helle Stunde: Ein Buch vom Leben und Sterben - Nina Riggs (352 Seiten)
6. Cinder - Marissa Meyer (400 Seiten) 
7. Ohne Wenn und Abfall - Milena Glimbovski (304 Seiten)
8. Das Café am Rande der Welt - John P. Strelecky (128 Seiten) 
{ 5-Sterne-Bücher sind markiert }


Rereads? - 1 Buch
Cinder

Englische Bücher? - 2 Bücher
Fairy Tail | Cinder

Klassiker? - 0 Bücher


Mein Highlight in diesem Monat war zum einen "Cinder", dass zu meinen Lieblingsbüchern zählt, aber ich hier ausklammere, da es ein Reread ist. Besonders bewegt hat mich aber auch "Die helle Stunde: Ein Buch vom Leben und Sterben" von Nina Riggs. Eine wunderschön und unglaublich trauriges Buch. 



Gelesene Bücher: 8 Bücher
Gelesene Seiten: 2695 Seiten
Durchschnittliche Seiten pro Tag: 87 Seiten 

Gerne könnt ihr eure Lesestatistiken/Lesemonate unten in den Kommentaren verlinken. :)

[Rezension] Die helle Stunde - Nina Riggs


"Sterben ist nicht das Ende der Welt", hat ihre Mutter einmal gesagt. Doch erst jetzt beginnt Nina Riggs den Satz zu verstehen: Mit 38 Jahren hat sie unheilbar Krebs, die Ärzte geben ihr noch 18 bis 36 Monate. Wie lebt man ein Leben, dessen Ende feststeht, das aber dennoch gelebt werden will? Wie macht man Pläne für den Urlaub, wie spricht man mit den Kindern, und wie ist man weiterhin eine liebende Partnerin? Nina Riggs hat ein Buch geschrieben über ihre letzten Monate, das keine Krankengeschichte ist und keine heldenhafte Kampfansage an den Krebs. Es ist ein Buch über den Zweifel und die Angst, aber auch über die unendliche Schönheit des Augenblicks und den beharrlichen Blick nach vorn. Es ist ein Buch darüber, wie sehr das Leben leuchtet, auch in seinen dunkelsten Momenten.
{ Quelle: btb Verlag }
 Mit 38 Jahren bekommt Nina die Diagnose Brustkrebs. Plötzlich betrachtet sie ihr Leben aus einem anderen Blickwinkel und muss nicht nur lernen mit ihrer Krankheit zu leben, sondern auch sich von ihrem geliebten Mann und ihren beiden Söhnen zu verabschieden. "Ein Buch darüber, wie sehr das Leben leuchtet, auch in seinen dunkelsten Momenten."

Mir fällt es gerade sehr schwer, meine Rezension zu beginnen, da ich meine Gefühle was dieses Buch betrifft immer noch nicht in die richtige Reihenfolge gebracht habe und wahrscheinlich auch nie werde bringen können. Denn wenn du Nina Riggs Buch öffnest, dann ist es als würdest du einen Mantel anziehen, der dir die Welt aus einer anderen Perspektive zeigt. So schreibt die Autorin über ein Leben, das nicht ewig währt, aber dafür von unendlicher Schönheit ist.

Nina Riggs ist eine beeindruckende Frau. Sie kämpft nicht nur mit dem Krebs, sondern ist gleichzeitig auch noch eine wundervolle Ehefrau und Mutter. Ich bewundere sie für ihren Mut, die Ehrlichkeit und auch ihre Positivität. Ich glaube, dass sie für Krebserkrankte ein wunderbares Vorbild sein kann, auch die Krankentage gut zu verbringen und das Schöne im Leben zu sehen. In ihrem Buch zeigt sie eine sehr private Seite an sich und lässt den Lesern an ihren Gedanken teilhaben. Ihr Schreibstil ist von einer überraschenden Leichtigkeit, auch wenn sie schwierige Themen anspricht.

Das Buch hat mich auf besondere und einzigartige Weise berührt und sehr nachdenklich gestimmt. Es ist ein memorarisches Werk, das vor Hoffnung strahlt und dem Leser auf wundervolle Art die Augen öffnet, um das Leben als ein Kunstwerk zu sehen. Ich habe mir einige Stellen in dem Buch markiert und werde es bestimmt auch in Zukunft noch das ein oder andere Mal durchblättern und noch einmal lesen.

Nina Riggs hinterlässt ihre Memorien in einer wundervollen Art und Weise, die mich zutiefst berührten. Sie ist eine beeindruckende, mutige Frau, deren hoffnungsvolles Werk ich nur weiterempfehlen kann! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den btb Verlag!

[Rezension] Das Wunder der wilden Insel - Peter Brown


Als das Robotermädchen Roz erstmals die Augen öffnet, findet sie sich auf einer wilden, einsamen Insel wieder. Wie sie dorthin gekommen ist und warum, weiß sie nicht. Das Wetter und ein wilder Bär setzen ihr übel zu, und Roz begreift, dass sie sich ihrer Umgebung anpassen muss, wenn sie überleben will. Also beobachtet sie, erlernt die Sprache der Tiere und entdeckt, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sie weiterbringen. Viele würden das Blechmonster zwar am liebsten verjagen, aber Roz gibt nicht auf. Sie zieht ein Gänseküken auf, und endlich fassen die Tiere Vertrauen. Als Roz dann in großer Gefahr schwebt, stehen sie ihr als Freunde bei.
{ Quelle: cbt Verlag }
 
Nach einem Schiffsunglück wacht Roboter Roz in einer Kiste auf einer Insel gestrandet auf. Die Tiere auf der Insel fürchten sich vor dem seltsamen Monster, das so anders zu sein scheint als sie. Doch Roz lässt sich von der anfänglichen Feindlichkeit nicht vertreiben, sondern versucht ihnen mit Güte und Hilfsbereitschaft entgegenzutreten. Sie lernt ihre Sprache, zieht ein Gänseküken auf, baut ein kleines Häuschen und versucht Freundschaften zu schließen.

Ich habe schon lange Zeit kein Kinderbuch mehr gelesen und ich bin sehr froh das ich es nun endlich einmal wieder getan habe. Mit einfachen, aber dennoch sehr wirkungsvollen Worten erzählt der Autor Peter Brown von dem Roboter Roz der zwar kein Mensch ist aber sehr menschlich denkt und fühlt. Sie wird anfangs von den Inseltieren gemieden und als "Monster" beschimpft, doch das gute Wesen des Roboters lässt sich dadurch nicht beirren. Trotz der Feindsehlichkeit bietet sie den Tieren ohne zu Zögern ihre Hilfe an und behandelt sie wie Freunde.

Nicht nur junge Leser können aus diesem Buch sehr viel mitnehmen. Es enthält so viele mutmachende Botschaften, so dass ich mir wünschte ich hätte dieses Buch schon viel früher gelesen. Es zeigt einfach wie wichtig Freundlichkeit und Güte sind und das man immer mehr ist, als andere Leute über dich sagen. Ich denke Roboter Roz könnte ein großes Vorbild für viele Leser sein. Ich habe sie bereits ins Herz geschlossen und werde nun in Zukunft hoffentlich oft daran denken, das man immer entscheiden kann wer man sein möchte.

Geschmückt ist das Buch nicht nur mit einem zauberhaften Cover, sondern auch mit Illustrationen in dem Buch. Sie sind in schwarz-weiß gehalten und unterstreichen das Leseerlebnis noch einmal zusätzlich. Der Stil ist schlicht und doch anziehend. Mir haben sie sehr gut gefallen! Rundum kann ich nur positiv über das Buch sprechen, da mich Peter Brown's Geschichte inspiriert und begeistert hat. Manche Bücher schaffen es einfach, dass ihr Buch ein angenehmenes Gefühl hinterlässt und das hat der Autor mit seinem Werk auf jeden Fall geschafft. Roz Geschichte ist wundervoll und berührend.

"Das Wunder der wilden Insel" ist ein wundervolles Buch, dessen zauberhafte Atmosphäre mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte, die von Freundschaft, Akzeptanz und Hilfsbereitschaft erzählt, hat mich bewegt und fasziniert. Ich lege das Buch wirklich jedem, jung und alt, ans Herz! 
5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den cbt Verlag!  

[Lesemonat] September

Hallo! 

Leicht verspätet kommt von mir jetzt auch noch der Lesemonat zum September. Ich bin mit meiner Lesestatistik, hinsichtlich des anstrengenden Monats der hinter mir liegt, sehr zufrieden. Hoffentlich geht es auch im Oktober so weiter. :) 

1. Der Junge auf dem Berg - John Boyne (320 Seiten) 
2. Der Steppenwolf - Hermann Hesse (278 Seiten) 
3. Fairy Tail Vol. 09 - Hiro Mashima (208 Seiten) 
4. Queens of Geek - Jen Wilde (288 Seiten)
5. Michael Köhlmeiers Sagen des klassischen Altertums - Michael Köhlmeier (192 Seiten)
6. The merry adventures of Robin Hood - Howard Pyle (400 Seiten) 
7. Er ist wieder da - Timur Vermes (400 Seiten) 
8. Finding audrey - Sophie Kinsella (286 Seiten)
9. Code name Verity - Elizabeth Wein (339 Seiten)
10. Landline - Rainbow Rowell (310 Seiten)
11. Sakrileg - Dan Brown (605 Seiten)
{ 5-Sterne-Bücher sind markiert }

Englische Bücher? - 5 Bücher
Fairy Tail Vol. 09 | Queens of Geek | The merry adventures of Robin Hood | Finding audrey | Code name Verity

Klassiker? - 2 Bücher
Der Steppenwolf | The merry adventures of Robin Hood

Re-Reads? - 1 Buch
Finding audrey
 

 Mein absolutes Highlight war in diesem Monat wohl "Queens of Geek", das trotz ein paar Schwächen glänzen konnte und dessen niedliche Geschichte sich einen Weg in mein Herz gebahnt hat. 

Gelesene Bücher: 11 Bücher
Seitenanzahl: 3626 Seiten
Seiten pro Tag: 120 Seiten

Kennt ihr mein Highlight "Queens of Geek" und wie war euer Lesemonat? 

[Rezension] Sag nicht, wir hätten gar nichts - Madeleine Thien



Ein preisgekrönter Roman über China von den 1940ern bis heute, über zwei eng verbundene Musikerfamilien und ihr Schicksal. Die herzzerreißenden Lebensgeschichten der Musiker, ihrer Freunde, Familien und Geliebten, die in den Strudel der Politik geraten, in das Auf und Ab von Revolution, Gewalt und Unterdrückung, führen zu der universellsten und zugleich privatesten aller Fragen: Wie kann der Mensch sich selbst treu bleiben, lieben und kreativ sein, wenn er sich verstellen und verstecken muss, weil er um sein Leben fürchtet? Erzählerin dieses vielschichtigen Epos ist Marie, die mit ihrer Mutter in Kanada lebt und nicht versteht, warum ihr Vater nach China zurückgekehrt ist. Als sie zehn Jahre alt war, haben sie einen Gast bei sich aufgenommen, die junge Ai-ming, die nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens aus Peking geflohen ist. Marie ahnte bald, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben, und nun versucht sie, Licht ins Dunkel der Vergangenheit zu bringen.
{ Quelle: Luchterhand Verlag }
In diesem Buch wird die Geschichte von drei Generationen von Musikerfamilien während des Aufstiegs der chinesischen Partei in den 1940er-Jahren und der etwas später darauf folgenden Kulturrevolution. Dabei behandelt das Buch vor allem das Thema, wie kann man sich selbst und seiner Leidenschaft treu bleiben, wenn sein eigenes Land durch politische Unruhen zerrüttelt wird und man um sein und das Leben seiner Liebsten fürchtet.

Etwas das ich schon während des Lesens sehr bedauert habe, war die Tatsache, dass ich sehr wenig über die Geschichte Chinas weiß. In meinem Geschichteunterricht beschränkten wir uns vor allem auf die europäische Geschichte. Ich glaube, ich hätte den Roman noch einmal mit ganz anderen Augen betrachtet, wenn ich schon zuvor mehr über die politischen Unruhen in China gewusst hätte. Dennoch muss ich sagen, dass mich das Buch sehr bewegt und einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Gerade dadurch, dass man die Geschichte Chinas durch drei verschiedene Generationen erlebt, zeigt noch einmal deutlicher wie schlimm es für die Menschen in dieser Zeit gewesen sein muss.

"Wie ein Fluss, der vom Meer abgeschnitten wird", sagte sie. "Man glaubt, dass er irgendwohin fließt, aber das tut er nicht. Man kann in sich selbst ertrinken. So fühle ich mich. [...]"
- Zitat von Seite 76

Es brauchte jedoch eine Weile bis die Geschichte mich für sich gewonnen hat. Dadurch, dass das Buch sehr viele Charaktere enthält, war ich anfangs sehr verwirrt wie nun die Beziehungen zwischen den Personen sind. Das hat sich leider bis ans Ende durchgezogen, obwohl ich mir von Kapitel zu Kapitel immer leichter tat. Trotzdem hat dieser Aspekt das Lesevergnügen doch etwas eingeschränkt und das finde ich sehr schade. Wäre vorne im Buch ein kurzer Stammbaum, oder zumindest ein Personenverzeichnis gewesen, hätte man dieses Problem gelöst. Ich könnte mich nämlich vorstellen, dass es mehreren Lesern diesbezüglich gleich geht wie mir.

Ansonsten kann ich zu diesem Werk aber keine Kritik finden. Madeleine Thien erzählt in einem wundervollen Schreibstil auf berührende Weise wie viel Schrecken sich in der Geschichte China versteckt. Dabei geht sie sehr stark auf die Gefühle und das Innenleben ihrer vielseitigen Charaktere ein und schafft es, mich vollkommen in den Bann zu ziehen. Das Buch ist wirklich keine einfache Lektüre und mit viel Schmerz verbunden. Gleichzeitig gibt es selbst in dieser dunklen Zeit Momente in denen die Protagonisten Hoffnung schöpften und diese gefielen mir am besten. Ich bin sehr dankbar, dass Madeleine Thien einen Teil der chinesischen Geschichte in ihrem Buch festhält und an uns Leser weitergibt.

Eine bewegende Familiensaga, die ein erschütterndes Portrait einer Musikerfamilie während der politischen Krisen in China darstellt. Anfangs fiel es mir etwas schwer die Personen zuzuorden, doch je weiter man liest, desto mehr beginnt man sich in der Geschichte zu verlieren und mit den Charakteren zu weinen, zu lachen und zu hoffen.
4/5 Sternen

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Luchterhand Literaturverlag! 

[Neuzugänge] 4 Buchschätze!

Hallo ihr Lieben!

Zuerst muss ich mich einmal entschuldigen, dass es auf meinem Blog im Moment so ruhig ist. Bei mir geht es privat ein wenig drunter und drüber und dabei bleibt nicht nur das Lesen sondern auch das Bloggen ein wenig auf der Strecke. Doch ich hoffe, dass sich mein Tagesablauf demnächst wieder etwas einpendelt und ich dann mehr Zeit habe. :)

Nun aber zu den Büchern die neu in mein Bücherregal eingezogen sind.


Die helle Stunde hat gleich meine Aufmerksamkeit auf mich gezogen.  Ich freue mich schon sehr auf das Buch und bedanke mich herzlich beim btb-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Außer sich lese ich gerade. Ich hatte das Glück es für eine Leserunde bei Lovelybooks zu gewinnen. Leider muss ich sagen, dass es mich bis jetzt noch nicht sehr gepackt hat, doch ich hoffe, dies wird sich noch ändern. Ich bleibe erstmal optimistisch. :)


Sag nicht, wir hätten gar nichts lese ich gerade und bis jetzt hat das Buch mein Herz schon erobert. Da es aber doch etwas dicker ist, liegt noch ein gutes Stück vor mir. Doch ich bin optimistisch, dass er mir auch weiterhin gut gefällt. 

Das Wunder der wilden Insel ist ein Buch auf das ich mich schon sehr freue! Ich glaube es ist eher ein Kinderbuch, aber die Kritiken zur englischen Ausgabe sowie der Klappentext haben mich sehr neugierig gemacht und deshalb kam ich nicht darum herum. Ich bin schon gespannt darauf zu erfahren, was hinter dem wundervollen Cover steckt und freue mich auch auf die zahlreichen wundervollen Illustrationen die in dem Buch enthalten sind. 

Kennt ihr eines der Bücher? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? :)

[Neuzugänge] Ein kurzen Buchladenbesuch mit "Folgen" ;)

Hallo ihr Lieben! 


Vielleicht kennt ihr die folgende Situation ja. Man geht an einem Buchladen vorbei und beschließt nur schnell einen kurzen Blick hineinzuwerfen. Einfach nur schauen und die tollen Bücher bewundern. Mit eisernem Vorhaben den SUB zu schonen betritt man den Buchladen und kommt ein wenig (sehr viel) später mit einem großen Strahlen und einigen Büchern wieder heraus. So geht es mir einfach viel zu oft. Und auch letzte Woche habe ich auf diese Weise vier tolle Schätze gefunden. 


Die Gestirne steht schon lange auf meiner Wunschliste und als mich das Buch im Regal anlächelte konnte ich gar nicht anders als es mit nach Hause zu nehmen. Ich muss zwar gestehen, dass mich die Seitenanzahl schon ein wenig einschüchert, aber was ich so gehört habe, soll es sich durchaus lesen diese zu lesen. 

Von Murakami habe ich nun schon einige Bücher gelesen und bis jetzt war ich immer absolut begeistert, so zähle ich ihn schon zu meinen liebsten Autoren. Ich hoffe, dass mir auch Blinde Weide, schlafende Frau (eine Kurzgeschichtensammlung) gefallen wird. 

Zufällig bin ich erst vor einigen Tagen auf Goodreads über Eine echt verrückte Story gestolpert. Die positiven Bewertungen und der interessante Klappentext haben mich gleich neugierig gemacht und so ist das Buch auf meine Want-to-read-Liste gewandert und letzte Woche dann auch auf meinen SUB-Stapel. 

Die Unvollendete habe ich bereits angefangen auf Englisch zu lesen, doch obwohl ich das Konzept faszinierend fand, tat ich mir beim Lesen sehr schwer, da die Kapitel sehr verwirrend angeordnet waren und auch die Sprache etwas schwerer war. Seitdem möchte ich das Buch unbedingt noch einmal auf Deutsch lesen und so habe ich mich riesig gefreut als ich das Buch im Buchladen gesehen habe. 

Kennt ihr eines der Bücher? Wenn ja, wie hat es euch gefallen? :) 

[Tag] My reading habits

Hallo! 

Seit dem letzten Tag ist schon viel zu viel Zeit vergangen und deshalb habe ich heute, als ich bei Kahi von Kathis Bücherecke, den My reading habits-Tag gesehen habe, gleich beschlossen, endlich mal wieder einen Tag auf meinem Blog zu posten. :) 


1.) Hast du einen bestimmten Platz zu Hause zum Lesen? 
Eigentlich nicht. Ich lese hier und dort, einfach wo es mir am besten passt. Im Winter meistens am Abend in mein Bett gekuschelt und im Sommer draußen auf der Terrasse im Liegestuhl unter dem Pfirsichbaum. 

2.) Lesezeichen oder ein willkürliches Stück Papier? 
Lesezeichen! :D Meine Schublade quillt schon über vor lauter Lesezeichen und so kann ich dieses immer mit meinem aktuellen Buch abstimmen. Wenn ich mir also mein nächstes Buch vom SUB aussuche, dann überlege ich auch gleich welches Lesezeichen ich dafür benutze. 

3.) Kannst du irgendwo aufhören in einem Buch zu lesen oder wartest du bis ein Kapitel zu Ende ist oder bis du 50-100 Seiten gelesen hast? 
Ich lese immer bis das Kapitel beendet ist. Außer in Notfälle. ;)

4.) Isst oder trinkst du während des Lesens? 
Als Naschkatze, muss ich diese Frage mit JA beantworten. Ich liebe es während dem Lesen Kekse zu knuspern oder einen Schokoriegel zu genießen.Außerdem bin ich leidenschaftliche Teetrinkerin und kann zu einer Tasse Tee nur selten Nein sagen.

5.) Multitasking: Musik oder Fernsehen während du liest? 
Musik - ja. Fernsehen - nein, dass würde mich wahrscheinlich zu sehr ablenken.

6.) Ein Buch oder mehrere Bücher gleichzeitig? 
Früher habe ich immer nur ein Buch gelesen, aber seit einigen Monaten lese ich immer mehrere Bücher gleichzeitig.  Meistens ist eines davon mein Hauptbuch, ein anderes nehme ich dann mit zur Uni und die anderen laufen so nebenbei mit.

7.) Zuhause lesen oder überall? 
Früher habe ich mich nicht getraut in der Öffentlichkeit zu lesen, aber heute lese ich so viel wie möglich. Immer und überall. 

8.) Laut lesen oder still im Kopf ("normales" Lesen)?
Ich lese meinen beiden Schwestern gerne vor, aber wenn ich alleine bin lese ich normal. Außer im Bus, da lese ich natürlich extra laut, damit auch der in der letzten Reihe mitbekommt, was im Buch passiert. ^^

9.) Überspringst du Passagen aus einem Buch oder Seiten? 
Wenn mich ein Buch nicht fesseln kann, dann überfliege ich manchmal einige Kapitel schnell um zu sehen ob es besser wird.

10.) Den Buchrücken brechen oder ihn so belassen, dass er im besten Falle wie neu aussieht?
Ich versuche meist das Buch sehr vorsichtig zu lesen, aber ich bin auch nicht mehr so pingelig, dass ich mich über eine Leserille aufrege.:)

11.) Schreibst du in deine Bücher? 
Nein, aber ich benutze gerne Post-its um meine  Liebingsstellen oder besondere Zitate zu markieren.

12.) Wen taggst du? 
Jeden der gerne mitmachen möchte. :) 


[Rezension] Der Junge auf dem Berg - John Boyne


Seit über 10 Jahren ein Welterfolg: ›Der Junge im gestreiften Pyjama‹ Mit seinem neuen Roman kehrt John Boyne in das dunkelste Kapitel unserer Geschichte zurück. Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz. Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.
{ Quelle: Fischer Verlag } 

 Nachdem Pierrot's Mutter verstorben ist, kommt er zuerst ins Waisenhaus, danach zu seiner Tante  Beatrix nach Salzburg, diee dort als Hauswirtschafterin in dem Ferienhaus von Adolf Hitler arbeitet. Pierrot muss jetzt nicht nur Frankreich hinter sich lassen sondern auch seine Identität, da ihn seine Tante bittet von nun an auf den Namen "Peter" zu hören, damit er in Gegenwart der Nationalsozialisten als Deutscher gilt.

Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb habe ich den Inhalt möglichst knapp gehalten. Grundsätzlich geht es in dem Buch darum wie aus dem jungen Franzosen Pierrot zu einem nationalsozialistischen Peter wird. Der Autor zeigt damit sehr gut auf, wie stark der Einfluss der Nationalsozialisten und Patrioten sich auf die junge Generation ausgewirkt hat und wie stark sie deren Entwicklung und Verhalten prägte. Mich hat das Buch sehr betroffen und schockiert gemacht, vor allem aber auch nachdenklich gestimmt. Oft fragt man sich, wieso früher Kinder so begeistert der Hitlerjugend oder dem Bund deutscher Mädchen beigetreten sind und ich finde, dieses Buch liefert sehr gute Antworten auf solche Fragen.

John Boyne, auch der Autor von "Der Junge im gestreiften Pyjama", hat einen wundervollen Schreibstil. Er ist sehr nüchtern und kühl, aber trotz dieser Distanz fiel es mir als Leser nicht schwer eine tiefe Beziehung zu dem Protagonisten Pierrot aufzubauen. Oft wenn ich Bücher aus Sicht von Kindern lese, kommt es mir sehr gestellt vor, da die Gedankenwelt der Kinder, und ihre Art die Dinge zu betrachten, ganz anders ist als wenn ein Erwachsener oder Jugendlicher es tut. John Boyne hat aber den perfekten Ton getroffen und wusste genau wie ein Kind auf diese oder jene Situation reagieren würde.

Die Charaktere in diesem Buch sind alle sehr lebensnah und nehmen jeweils eine zentrale Stellung im Buch ein. Wir haben etwa den Chaffeur, der schnell mit Pierrot Freundschaft schließt, aber ein Geheimnis hütet, oder Pierrots Tante Beatrix die ihren kleinen Neffen schützen möchte. Katherina, ein Mädchen das dem Krieg und Nationalsozialismus sehr kritisch gegenüber steht. Und schließlich Adolf Hitler, der ebenfalls einen entscheidenden Teil des Buches ausmacht. Schlussendlich kann ich nur sagen, dass mir das Buch sehr viel Stoff zum Nachdenken gegeben und eine weitere Perspektive eröffnet hat. Auf jeden Fall sehr lesenswert!


Genauso wie "Der Junge im gestreiften Pyjama" konnte mich auch "Der Junge auf dem Berg" überzeugen. Eine keineswegs leichtverdauliche Geschichte, die aber zum Nachdenken anregt, schockiert und das Herz berührt. Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen! 

5/5 Sterne

[Lesemonat] August

Hallo ihr Lieben,

der sommerliche Monat August ist nun auch schon wieder vorbei. Eigentlich hatte ich vor, in diesem Monat meinen SUB radikal zu reduzieren, aber irgendwie war dann mein Terminkalender doch voller als geplant und somit habe ich nicht so viel gelesen wie ich eigentlich wollte. 

1. Between the lines - Jessica Shrivington (382 Seiten)
2. Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - Rachel Joyce (382 Seiten)
3. We are okay - Nina LaCour (234 Seiten)
4. Seide - Alessandro Baricco (131 Seiten) 
5. Sieh mich an - Mareike Krügel (256 Seiten)
6. A darker shade of magic - V. E. Schwab (400 Seiten) 
7. Alles ist erleuchtet - Jonathan Safran Foer (383 Seiten)
8. Sieben Minuten nach Mitternacht - Patrick Ness (216 Seiten)
9. Projekt Orphan - Gregg Hurwitz (417 Seiten)
10. Girl in Pieces - Kathleen Glasgow (416 Seiten)
11. Der weiße Wolf - Käthe Recheis [abgebrochen]
{ 5-Sterne-Bücher sind markiert }
 
Englische Bücher? - 4 Bücher
Between the lines / We are okay / A darker shade of magic / Girl in Pieces

Rereads? - 1 Buch
Between the lines

Klassiker? - 0 Bücher

In diesem Monat habe ich eines meiner Lieblingsbücher "Between the lines" (dt. "Ein Tag, zwei Leben") nochmal gelesen, also war das auf jeden Fall schon einmal ein wundervolles Highlight. Aber meine Liste der Lieblingsbücher ist im August auch um einen weiteren Titel gewachsen, nämlich "Sieben Minuten nach Mitternacht". 

Gelesene Bücher: 11 Bücher
Gelesene Seiten: 3217 Seiten
Durchschnittlich gelesene Seiten pro Tag: 103 Seiten

Kennt ihr "Sieben Minuten nach Mitternacht?", wenn ja wie hat es euch gefallen? Und wie war euer Lesemonat? :)

[Rezension] Und es schmilzt - Lize Spit


 Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.
Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit.
Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum.
{ Quelle: Fischer Verlag }


Dreizehn Jahre sind vergangen und trotzdem kann Eva die Ereignisse des schrecklichen Sommers nicht vergessen. Der Sommer der alles veränderte. Als sie dann eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde erhält, beschließt sie ihr Heimatdorf zu besuchen und bricht mit einem Eisblock im Koffer auf um sich ihrer Vergangenheit zu stellen.

Auf der Rückseite des Buches steht "Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt" und besser kann man das Buch, finde ich, nicht zusammenfassen. Man merkt schon früh, dass es keineswegs ein leichter Roman ist. Mit einer seltsamen, bedrückenden Eindringlichkeit erzählt Lize Spit die Geschichte von Eva’s Sommer der alles, und besonders sie, veränderte.

Für die Protagonistin Eva brauchte ich einige Zeit. Sie ist ein sehr eigensinniges Mädchen, dass sich hinter ihren beiden Freunden Pim und Laurens versteckt, obwohl in ihr eine interessante Persönlichkeit steckt. Diese Freundschaft ist sehr eigen und anfangs für mich schwer nachvollziehbar und ich konnte nicht immer verstehen warum Eva tat was sie tat, doch ich denke, dass war durchaus von der Autorin beabsichtigt. Evas Vergangenheit ist voller Schrecken, Gewalt und schockierenden Szenen, die mich sehr hin und her geworfen haben. Stellenweise fand ich die Beschreibungen sehr heftig und Lize Spit’s nüchterner Schreibstil hat die Wirkung nur noch verstärkt.

Lize Spit schreibt mit sehr wachsamen Präzision. Sie weiß genau wie sie den Leser auf ihre Seite zieht und Spannung aufbaut, die bis zum Schluss nicht mehr abnimmt. Bewundernswert finde ich, dass man zu der Protagonistin Eva eine tiefe Beziehung aufbaut, obwohl der Schreibstil der Autorin doch sehr distanziert ist und manche Szenen sehr unbeteiligt beschreibt, als würde sie einen Bericht schreiben um Tatsachen darzulegen. Besonders am Ende hat die Autorin das Ruder noch einmal herumgerissen, um sicherzustellen, dass die Geschichte dem Leser im Gedächtnis bleiben wird. Bei mir hat sie das auf jeden Fall geschafft! Ich war begeistert, oft schockiert, betroffen und habe die Geschehnisse im Kopf noch lange nachklingen lassen.

 Man kann der Vergangenheit nicht entfliehen. Ein schockierendes Buch, das mich sehr nachdenklich gestimmt und sehr in Aufruhr versetzt hat. Ohne Frage ein außergewöhnlicher, starker Roman, der es in sich hat!

 5/5 Sterne

Mein herzlichster Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Fischer Verlag!