[Rezension] Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte - Salman Rushdie


 Salman Rushdie erzählt in seinem neuen Roman eine zeitlose Liebesgeschichte in einer Welt, in der die Unvernunft regiert.
Dunia, die Fürstin des Lichts, verliebt sich in den Philosophen Ibn Rush und zeugt mit ihm viele Kinder, die in die Welt hinaus ziehen. Ibn Rush gilt als Gottesfeind, sein Gegenspieler ist der tiefgläubige islamische Philosoph Ghazali. Die Geister der beiden geraten in Streit. Der Kampf des Glaubens gegen die Vernunft beginnt und entfacht einen so furchtbaren Sturm, dass sich im Weltall ein Spalt öffnet, durch den die zerstörerischen Dschinn zu uns kommen. Die Existenz der Welt steht auf dem Spiel. Dunia entschließt sich, den Menschen zu helfen.
Mit großer Fabulierlust verwebt Salman Rushdie Märchenwelten mit unserer heutigen Wirklichkeit. Rasant, komisch und absolut hinreißend, denn Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte ergeben genau tausendundeine Nacht.
[ Quelle: Penguin Verlag ] 

Es geschehen seltsame Dinge in New York, die sich mit Logik nicht mehr erklären lassen. So schwebt etwa ein Gärtner einige Zentimeter über dem Boden. Oder das Monster eines Graphic-Novel-Designers erwacht zum Leben. Grund dafür ist die Dschinn-Prinzessin Dunia.

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich bereits sehr viel Gutes über den Autor Salman Rushdie gehört habe. Außerdem liebe ich die Verbindung von Märchen und Realismus, die sich in seinen Büchern wiederfindet. Leider verflog meine anfängliche Vorfreude schnell, da ich das Buch schon nach wenigen Kapiteln wieder zur Seite legte und für zwei Tage nicht aufnahm. Es zog mich einfach nicht an. Schließlich nahm ich es in den Pausen immer zur Hand und hoffte, dass es mich doch noch packen würde. Leider nicht. Ich habe es fertig gelesen, aber eher gezwungenerweise als mit wirklicher Lesefreude.

Die Idee die Salman Rushie verfolgt ist das ganze Buch über spürbar und sie war wohl auch das was mir am besten gefallen hat. Gemeinsam mit seinen interessanten Gedanken, die sorgsam in die Geschichte eingewebt wurden. Demzufolge erinnerte mich das Buch an einen kostbaren persischen Teppich, den man mit glitzernden Augen bewundert. Was mir aber bei dem Buch sehr gefehlt hat war die emotionale Nähe zu den Charakteren. Sie fühlten sich für mich wie leere Puppen an, wie Schachfiguren die der Autor auf seinem Spielbrett hin und her schiebt. Ich fand zu niemandem Zugang und somit fehlten beim Lesen einfach die Emotionen. Das fand ich sehr, sehr schade!

Zudem fehlte mir der Schwung in der Geschichte. Es geht immer so dahin, aber es kommt nie wirklich zu einem Höhepunkt der mich gespannt mitfiebern lässt. Das machte das Verfolgen der Handlung langweilig. Die schöne Sprache hat das für mich wieder etwas erträglicher gemacht, da man sich, wenn schon beim Plot nichts passiert, zumindest auf die wunderschön geformten, oft über mehrere Zeilen gehenden, Sätze von Salman Rushdie konzentrieren konnte. Rundum aber war es für mich eher anstrengend als unterhaltsam das Buch zu lesen. Ich werde den Autor nicht gleich verwerfen, da mich seine Sprache durchaus bezaubert hat, aber mit diesem Buch konnte ich mich leider gar nicht anfreunden.
Auch wenn Salman Rushdie mit seiner wunderschönen, außergewöhnlichen Sprache überzeugt, so war es für mich doch eher ermüdend das Buch zu lesen da die Handlung einfach nicht sehr aufregend gestaltet war und mir die emotionale Nähe zu den Charakteren fehlte. 
2/5 Sterne

Mein herzlichster Dank geht an den Penguin Verlag!

1 Kommentar:

  1. Schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Dennoch eine schöne Rezension! :)

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